Geschichte

Ortsportrait Gemeinde Wiliberg

Gemeinde Wiliberg


Wiliberg, die flächenmässig viertkleinste und bezüglich der Einwohnerzahl zweitkleinste Gemeinde des Kantons Aargau liegt auf der rechten Seite des obe­ren Uerkentals. Der Gemeindebann umfasst 117 ha und steigt von 520 m ü.M. an der Uerke auf 683 m ü.M. an. Die Einwohnerzahl ist in den letzten zehn Jahren von 156 auf mo­mentan 170 Personen angewachsen. Wer den Blick in die Alpen, wenig Nebel und Ruhe sucht, wird sich hier wohl fühlen.Vor 25 Jahren war unser Dorf noch eine reine Bauerngemeinde.
Weil es hier immer weniger Bauernbetriebe gibt, kann in der Käserei kein Emmentalerkäse mehr hergestellt werden.

In den letzten Jahren sind mehrere Einfamilienhäuser gebaut worden und junge Familien zugezogen. Wiliberg verfügt also über ein gesundes Wachstum. Da jedoch die Geburten rückläufig sind, musste die dorfeigene Schule mangels genügender Schüler geschlossen werden. Erfreulicherweise war die Privatschule Wannenhof an unserem Schulhaus interessiert. Seit dem Jahr 2011 besuchen deshalb die einheimischen Kinder, zusammen mit auswärtigen, die privat geführte Gesamtschule Wannenhof-Wiliberg von der 1. bis zur 5. Klasse, ab dem Schuljahr 2014/2015 von der 1. bis zur 6. Klasse. Die Kindergartenabteilung befindet sich in Reitnau und die Oberstufenschüler besuchen die Bezirks-, Sekundar- und Realschule in den Nachbargemeinden Reitnau, Schöftland und Staffelbach. Seit 2008 ist Wiliberg nicht mehr ans Regionalbusnetz Zofingen angeschlossen. Deshalb sind die Einwohner auf ein Auto angewiesen, müssen doch die meisten ihr Einkommen auswärts ver­dienen. Wiliberg hat keine Industrie, keinen Laden aber ein Restaurant gleich neben der Kantonsgrenze, wo sich die Einwohner gern ab und zu am Stammtisch treffen. An verschiedenen Anlässen wie Dorfabend, 1. Augustfeier usw., wird die Gesellig­keit gepflegt. Im Tischtennisclub, Schützenverein oder Seniorenturnen kann man sich in der Freizeit sinnvoll vergnügen.

Wiliberg ist eine fortschrittliche Gemeinde und nutzt in verschiedenen Bereichen die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Als Beispiele seien hier erwähnt: Schule, Feuerwehr, Kanalisation und verschiedene Zweige der Gemeindeverwaltung. Mit diesen Massnahmen hoffen wir, eine selbständige Gemeinde bleiben zu können. Haben wir doch vor mehr als 200 Jahren mit aller Kraft für die Unabhängigkeit gekämpft, wie der folgende Rückblick auf die Entstehung unserer Gemeinde zeigt.
Der Name Wiliberg wird erstmals in der „Acta Murensia“ (Acta Murensia, StAAG AA/4947, for 32r) von zirka 1150 erwähnt als Besitz des Klosters Muri. Bei der „Acta Murensia“ handelt es sich um einen von einem unbekannten Benediktermönch verfassten Bericht über die Gründung und die Entwicklung des Klosters Muri. Bis 1781 war Wiliberg, auch Bonhausen genannt, ein sogenannter Steckhof. Das waren Höfe, die abseits von Dörfern lagen und keiner Gemeinde angehörten. Sie unterlagen dem Flurzwang nicht und besassen weder Allmend noch gemeinsamen Wald. Im Jahre 1751 hoben die Berner die seit uralter Zeit bestehenden Steckhöfe im Gebiet der Landvogtei Lenzburg auf, wandelten sie in selbständige Gemeinden um oder gliederten sie einem bestehenden Gemeinwesen an. Dabei wurde Wiliberg aus einem heute nicht mehr feststellbaren Grund vergessen und geriet in eine schwierige Lage, weil die Einwohner nun nirgends mehr zugehörig waren. Es bedurfte vieler Anstrengungen und untertäniger Bittschriften an die Obrigkeit, bis am 16. Januar 1781 der Rat in Bern den Wilibergern das Gemeinderecht erteilte. Wiliberg ist also eine der jüngsten Aargauer Gemeinden, aber immerhin über 22 Jahre älter als der Kanton Aargau.